Historie des SV Adler Osterfeld e.V.

Kurz-Chronik der Adler aus Osterfeld

– von Ferdi Seidelt –

Der Sportverein Adler Osterfeld ist ein deutscher Fußballverein aus dem Oberhausener Stadtbezirk Osterfeld, der 1922 unter dem Namen DJK Adler Osterfeld gegründet wurde. Die erste Mannschaft des Vereins gehörte zwischen den Spielzeiten 1998/99 und 2004/05 der Fußball-Oberliga Nordrhein an (damals vierthöchste deutsche Spielklasse). Nach dem Rückzug aus der Oberliga rutschte der Klub bis in die Bezirksliga Niederrhein ab (heute 7. Liga), wo er seit Beginn der Saison 2012/13 spielt. Seine Heimspiele trägt Osterfeld im 4.260 Zuschauer fassenden Waldstadion im Stadtteil Rothebusch aus. Seit 2011 wird in dem Stadion auf Kunstrasen gespielt. Diese Kurz-Kurzchronik mag als Visitenkarte dienen, im Rahmen der 100-Jahr-Feier sollten es schon einige Worte mehr sein.

Was war eigentlich los 1922? Andere Vereinsgründungen von Rang sind dem Chronisten nicht bekannt. Allein südlich der Alpen tut sich was. Die „Coppa Italia“, der nationale Pokalwettbewerb für Fußball-Vereinsmannschaften in Italien, wird erstmals ausgespielt. So gesehen hat der SV Adler Osterfeld mit seiner 100-Jahrfeier anno 2022 geradezu ein Alleinstellungsmerkmal.

Nun, die Anfänge des Vereins sind stark kirchlich geprägt. Am 7. Mai 1922 treffen sich einige fußballbegeisterte junge Männer der gerade gegründeten Pfarrgemeinde St. Marien Rothebusch, begeistern Kaplan Anton Hommel, legen sich den Namen „Adler“ zu, schließen sich dem gerade gegründeten katholischen Sportverband „Deutsche Jugendkraft“ (DJK) an und gründen letztendlich den Verein „DJK Adler Osterfeld“. Neben dem Fußball ist bald auch im Angebot Schlagball (auch „Deutschball“ genannt), ein nicht leicht zu erlernendes und dem heutigen Baseball ähnliches Mannschaftsspiel, und danach Handball, übrigens 1917 in Berlin zuerst als „Torball“ für Mädchen und Frauen erfunden, dann aber, mit härterer Spielweise, von den Jungen und Männern „erobert“ (Feldhandball auf dem Fußballplatz).

Als kirchliche Organisation wundert es nicht, dass die Kapläne, aber auch Lehrer der örtlichen Schule den Ton im Verein bestimmen und gerne den Verein und die Mannschaften anführen. Gleichzeitig sorgen Kohle und Stahl in Osterfeld für etliche Wohnsiedlungen, schnell hat der Verein mehrere Fußball- und auch Handballmannschaften, die mit ihren Erfolgen die DJK Adler Osterfeld weithin bekannt machen. Zu dieser Zeit hat der Verein um die 100 Mitglieder.

Doch wo wird eigentlich trainiert und gespielt? Jetzt einmal ein Zitat aus der Chronik der Gemeinde St. Marien Rothebusch: „Da in der Pfarre auch ein DJK-Verein bestand, der in hiesigen Kreisen gutes Ansehen genoss, wurde dank der Mithilfe der Stadt an der Ripsdörnestraße ein Gelände des Grafen Nesselrode-Reichenstein pachtweise übernommen und ausgestattet. Am 25. Oktober 1931 wurde der Platz von der sporttätigen Jugend der Pfarre eingeweiht.“

Trainiert und gespielt wird also, nach dem Behelf im Volksgarten, auf der neu erstellten Anlage Siepenstraße/Ripsdörnestraße in katholischer Vertrautheit, bis den Verein 1934/1935 die Keule trifft: Die NSDAP verbietet das christliche Vereinsleben, somit auch die DJK-Sportorganisation und ihre Vereine wie den in Osterfeld.

Um den Rothebuschern weiterhin sportliche Betätigung anbieten zu können, schließt sich der Klub 1935 dem 1900 gegründeten Deutschen Fußball Bund (DFB) an und nennt sich ab sofort VfB Osterfeld. Doch die Nazis greifen wieder durch: Der DFB wird Zug um Zug gleichgeschaltet und 1940 vollständig verboten. 1939 beginnt der Krieg und unter dem Schutz der an der Berg- und Rothebuschstraße stationierten schweren Flakstellung kann Sport bis 1943 auf Sparflamme betrieben werden.

Die erste Jugendmannschaft 1922: Für eine perfekte Bildunterschrift mit Vor- und Zunamen langen die Unterlagen nicht, was aber sicher ist, dass sich die Gruppe vor der Rothebusch-Schule aufgestellt hat. Denn hier befinden sich zu dieser Zeit die Umkleidemöglichkeiten für die christliche Adler-Familie.

Bereits drei Monate nach Ende des 2. Weltkrieges, also im August 1945, raffen sich 50 Männer auf und wiederbeleben den Verein, bleiben beim DFB, nennen sich aber wie zum Start DJK Adler Osterfeld. Zuerst werden die Kriegsschäden an der Anlage, die Bombenkrater auf dem Spielfeld beseitigt und für weitere Sportarten – Leichtathletik, Tischtennis und Schach – bescheidene Rahmenbedingungen geschaffen. Schnell setzt sich der Fußball quantitativ und qualitativ durch, ein reiner „FC“ zeichnet sich ab. Doch ein „FC“ will der Verein im DFB nicht sein, wiewohl er 1947 erneut seinen Namen ändert. Grund: Der Westdeutsche Fußballverband benachteiligt spürbar die Jugendkraft-Vereine, deshalb steigt der Klub aus dem DJK-Verbund aus und nennt sich ab sofort Sportverein SV Adler Osterfeld. Mit dem Segen der Pfarrei natürlich.

Der Adler kommt! Der Adler kommt! Der Adler ist schon da!!! 1947 wird mit bescheidenen Mitteln die 25-Jahr-Feier begangen. Unser Bild zeigt links Heinrich und rechts Herbert Becker. Die Jungen bewegen das Transparent mit ihren Rollern durch die Straße – und machen zudem ein wenig Werbung.

1947, zwei Jahre nach dem Weltkrieg voller Gräuel, ist natürlich noch keine ausschweifende 25-Jahr-Feier möglich. Die wenigen Dokumente lassen den Schluss zu, dass das „Silberne“ dezent gewürdigt wird. Ein Foto zeigt die Jungen Heinrich und Herbert Becker, die ein Adler-Banner an zwei langen Stangen hochhalten und dieses mit ihren Rollern durch die Straße fahren. Nach der kargen Rückschau-Feier auf das erste Adler-Vierteljahrhundert steht wieder der Sport auf der Tagesordnung. Zuerst stehen die Fußballer noch im Schatten der großen Vereine Rot-Weiß Oberhausen, Sterkrade 06/07 sowie der Lokalkonkurrenten BVO, SV 06 und SC 1912, doch schon bald machen sie mit ihrem überragenden Spielmacher Ferdi Nieswand (der leider unerwartet früh stirbt) von sich reden. In der Saison 1948/49 können die Adler-Spieler mit der Kreismeisterschaft und dem Aufstieg in die Bezirksklasse ein erstes größeres Ausrufezeichen setzen.

Die 50er Jahre! Werden Sie „golden“, geht es weiter bergauf? Von wegen, flott wie der Förderkorb von Schacht 3 geht es runter bis in die 2. Kreisklasse, zumindest die 1. Kreisklasse wird umgehend wieder erkämpft, eine Sohle, die bis Mitte der 70er Jahre gehalten wird. Doch da gibt es noch die tüchtige A-Jugend, die 1959 Kreismeister wird, dann aber bei den Spielen um die Niederrhein-Trophäe gegen Schwarz-Weiß Essen und Meidericher Spielverein nichts holen kann.

A-Jugend-Kreismeister 1959 (oben vl): Werner Israel, unbekannt, Horst Raff, Bodo Bohnenberger, Egon Schneider, Paul Tibutt, Hans Stang, Bernd Kuhlmann, Wolfgang Keller, drei Schiedsrichter, Ernst Voß, Mitte: Theo Schürmann, Horst Wett, Aki Wolf, Herbert Becker, Willi Wischermann, Josef Voß, vorne: Alfred Bös, Günter Nierfeld, Günter Gallina und Peter Rogall.

Wie angedeutet sind also auch die 60er Jahre eher durchwachsen, dafür sorgt der Verein für andere Schlagzeilen. So schreibt Chronist und langjähriger Vorsitzender Willi Wischermann unter anderem: „In der Saison 1963/64 wurde das großartige Mannschaftsgefüge von außen bewusst zerstört, so dass entscheidende Spiele verloren gingen und der als sicher angenommene Aufstieg in die Bezirksliga nicht geschafft wurde.“ Auch am Rande der Bande klingelt es im Karton: „Unberechtigte Vorwürfe einiger aktiver Spieler auf der Generalversammlung 1965 zwangen den alten Vorstand, nicht mehr zu kandidieren und den Versammlungsraum zu verlassen.“ Und dann brennt Ende 1969 auch noch der (Tannen)baum: „Eine Weihnachtsfeier war dann der Anlass, dass fast der gesamte geschäftsführende Vorstand zurücktrat.“ Fazit der 60er Jahre: Geerdetes Miteinander sieht anders aus.

Die 70er Jahre beginnen mit einem Paukenschlag: Nachdem 1955 DFB-Präsident Peter Joseph Bauwens und Freunde beim DFB-Bundestag in Berlin die Förderung des „Damenfußballs“ noch einstimmig ablehnten, heben die alten weißen Männer diese Entscheidung am 31. Oktober 1970 in Travemünde wieder auf. Anders ausgedrückt: 15 Jahre lang hatte der Deutsche Fußball-Bund den Frauen das Fußballspielen verboten, aus „grundsätzlichen Erwägungen und ästhetischen Gründen“. Doch 1970 in Travemünde beugen sich die verquasten DFB-Funktionäre schließlich dem Druck der damals rund 50.000 „illegalen“ Fußballerinnen! Adler Osterfeld ist sofort dabei! Am 16. November 1970 beschließt der Vorstand die Einrichtung einer Frauenfußballabteilung. Zuerst wird diese kritisch beäugt, doch 85 Neuaufnahmen in kurzer Zeit beenden jede Diskussion. In diesem Jahr sind noch zwei weitere Fakten wichtig: Selbstlos übernimmt (der später so verdienstvolle) Heinrich Becker das Ruder und in der Rothebusch-Schule bekommt der Verein Umkleide- und Waschmöglichkeiten. Dank Becker nimmt der Verein mächtig Fahrt auf, die 50-Jahr-Feier kann kommen. Am 28. Mai 1972 steigt am Rothebusch vor 800 Zuschauern das Jubi-Spiel gegen Bundesligist Rot-Weiß Oberhausen, Adler-Spielführer Walter Pollerhoff übergibt den Wimpel an RWO-Kapitän und Torwart Wolfgang Scheid, beim standesgemäßen 2:7 nagelt Pollerhoff, der seit seinem 17. Lebensjahr in der 1. Mannschaft spielende und später erfolgreichste Adler-Torjäger aller Zeiten, dem Gast einen sehr strammen Schuss in die Maschen.

Ärgerlich, leidig, unangenehm: 1973 meldet sich die Frauen-Mannschaft ab. Die von Luise Inholte gemanagte Fußball-Damenabteilung gibt auf, als der aufkommende BC Kaßlerfeld mit Baffi Budny, Reinhild Wendholz und Ursula Jewasinski die stärksten Spielerinnen abwerben kann, als „Ersatz“ gründet sich umgehend eine mitgliederstarke Damengymnastik-Abteilung, der Vorstand ist happy. Es dauert lange 48 Jahre, bis Frauen beim Adler wieder gegen den Ball treten, doch dazu später.

1975/76 sorgen die Männer für Aufsehen: Nach einem Vierteljahrhundert Kreisklasse steigen sie mit Trainer Jupp Stanislowski in die Bezirksliga auf, werden sogleich prächtige Achte. Leider geht es in der Folgesaison wieder runter, es darf wieder „gekreiselt“ werden. Die 70er Jahre werden beendet mit der grundlegenden Überarbeitung des Spielfeldes, das Waldstadion präsentiert sich ab 1978 nicht mehr mit tiefer schwarzer Asche und säumenden Grasflächen, sondern mit einem zeitgemäßen roten Belag. Ein Jahr lang ist deshalb der Sportplatz Lilienthalstraße der Arbeitsplatz der Adler.

Die 80er Jahre sind zuerst einmal Krise pur, die fehlenden Finanzen bringen den Verein nahe an den Abgrund. Sieben Vorsitzende werden ge- beziehungsweise verbraucht, wobei die vierte Amtszeit von Heinrich Becker (1983/88) die Rettung des sinkenden Schiffes bedeutet. Der Adler fängt nicht länger Fliegen, drei Aufstiege in Folge (Kreisklasse A, Bezirksliga, Landesliga), Respekt und Anerkennung sind der Adler-Familie und ihrem Chef gewiss.

1990 wird das begonnen, was schon lange fällig ist. Der SV Adler Osterfeld bekommt die Genehmigung zum Bau eines eigenen Clubhauses mit den entsprechenden Umkleideräumen. Innerhalb von zwei Jahren wird dieser Komplex fertiggestellt, im Januar 1993 hier feste dessen Einweihung gefeiert.

Was dann geschieht, wird sicherlich kein „Adleraner“ mehr vergessen. Als Tabellenzweiter schafft es die von Hans-Georg Mewes trainierte Mannschaft 1994, über die Relegation, mit einem 3:3 beim Mitaufsteiger SC Lobberich in die Verbandsliga aufzusteigen – auf Rothebusch wird eine Woche lang gefeiert. Und bei der Jahreshauptversammlung wird Jürgen Becker, der am sportlichen Höhenflug des SV Adler maßgeblichen Anteil hat, als Nachfolger von Dr. Wozniak zum 1. Vorsitzenden gewählt.

1997, die Mannschaft hat drei Jahre Verbandsliga bestanden, rüstet der Verein zur 75-Jahr-Feier. Vom 16. bis zum 25. Mai stellt das Leitungsteam um Jürgen Becker ganz bewusst die Jugend in den Vordergrund. Ausgerichtet werden höchstwertige internationale Turniere für die A- und B-Junioren. Auch die Jahrgänge C, D, E, F und Bambini bekommen ihre Spiele. Schlagerstar Michael Larsen moderiert schwungvoll durch die Rede-, Programm- und Musik-Feierlichkeiten im großen Festzelt. Ein Kindertag, verschiedene Einlagespiele und eine open-air-Disco zur Abschlussfeier begeistern Mitglieder, Freunde, Gäste.

Die Oberliga-Mannschaft 1999/2000 (hinten vl): Betreuer Jürgen Theisen, André Badur, Massimo Lo Mele, Ecevit Bögüs, Yusuf Akkus, Andreas Ulrich, Can Bögüs, Betreuer Horst Gawlik; mitte vl: Technischer Leiter Frank Neuwirth, Geschäftsführer Dieter Metzen, Jörg Lieg, Günter Schlipper, Javier Lopez, Udo Hauner, Torsten Jablonski, Torwart-Trainer Holger Meyer, Trainer Piero Lussu; vorne vl: Metin Bastürk, Marcel Aschendorff, Urs Müller, Thomas Gietmann, Kai Heutger, Achim Mawick, Andreas Elsenrath, Dirk Peters, auf dem Bild fehlen: Robert Reichert, Irfan Durdu.

Das letzte Jahrzehnt im letzten Jahrhundert hat noch den Knüller schlechthin zu bieten. Nach Abschluss der Saison 1997/98 steigt die von Piero Lusso trainierte Mannschaft in die Oberliga auf. Osterfeld ab 1998 in der vierthöchsten deutschen Spielklasse, der Hammer! Es kommt noch doller: Gleich in der ersten Oberliga-Spielzeit geht das Team ab wie Zäpfchen, spielt um den Aufstieg, liefert sich bis vier Spieltage vor Schluss mit Rot-Weiss Essen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die drittletzte Partie geht gegen den wie auch immer gepuschten Rheydter SV trotz Führung krachend 1:5 verloren, sonst hätte es ein „Endspiel“ an der Hafenstraße gegeben. So bilanzieren die Statistiker: „Die Saison 1998/99 der Oberliga Nordrhein war die 21. Spielzeit der Fußball-Oberliga Nordrhein und die fünfte als vierthöchste Spielklasse in Deutschland. Die Meisterschaft und den Aufstieg in die Regionalliga sicherte sich Rot-Weiss Essen mit sieben Punkten Vorsprung auf den SV Adler Osterfeld.“ Das Jahrtausend beendet der SV Adler Osterfeld mit einem 1:1 bei Borussia Mönchengladbach II und Platz sieben, eine Position, die er nach Abschluss der zweiten Oberliga-Saison souverän halten kann.

Wie so oft im Leben so auch in Osterfeld – die in den nächsten vier Jahren erreichten Plätze fünf, sieben, vier und fünf werden fast schon wie selbstverständlich hingenommen. Wer zählt schon die ungezählten Stunden auf dem Platz, die vielen Mühen hinter den Kulissen, das engagierte Kämpfen um Finanzen, die zahlreichen Gespräche für einen guten Kader und all das, was einen Viertliga-Verein erst zu dem macht was er ist! So muss es kommen, wie es kommen muss: Furios in die siebte (!) Oberliga-Saison gestartet, wird bei Halbzeit gejubelt und gleichzeitig geweint: Der SV Adler Osterfeld ist Oberliga-Herbstmeister 2004/2005 und gibt im gleichen Moment bekannt, dass er aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zwei Ligen tiefer zu kicken gedenkt. Alle gehen, bis auf Günter Schlipper (wird Trainer), Thorsten Jablonski, Massimo Lo Mele und André Badur, „ausgenullt“ wird weiter gespielt, das allerletzte Oberliga-Spiel der Adler, das 226. (!), datiert vom 27. Mai 2005, endet 2:0 beim 1. FC Bocholt.

Zwei Etagen tiefer wird auch Fußball gespielt. In den sieben Jahren Landesliga (2005 bis 2012) gibt es viele anstrengende, aber auch schöne Momente. Stichwort Günter Schlipper: Von 1995 bis 2003 ist er Spieler und dann Co-Trainer. Schlipper übernimmt zur Saison 2005/06 den Cheftrainerposten (von Hans-Günter Bruns). Im Februar 2010, kurz vor Beendigung seines fünften Landesliga-Jahres, tritt er als Coach zurück. Die Saison 2011/2012 ist zum Schluss nur noch Abstiegskampf pur. Doch alles ist umsonst, der Gang in die Bezirksliga geht mit einem schmerzhaften personellen Aderlass einher. Neutrainer Achim Mawick macht 2012/2013 Position sieben klar, leider gehen wieder wichtige Leistungsträger.

Nun beginnt die Ära Udo Hauner. Adler- Allrounder und Manager Frank Neuwirth motiviert den mittlerweile 49-jährigen, der in seiner aktiven Zeit als Zehner oder Stürmer immer für Alarm in der Box gut war. Hauner holt zu den sechs verbliebenen Recken viele Spieler zurück, die, kaum der A-Jugend entsprungen, in der Bezirksliga gespielt hatten. Aus dieser Truppe macht Hauner in der Saison 2013/2014 eine verschworene Gemeinschaft, alle, auch der Trainer, spielen für Nüsse, nach dem Spiel Curywurst, eine Kiste Bier, Punkt! Erreicht wird ein blendender dritter Rang.

Acht weitere Spielzeiten in der Bezirksliga folgen, Hauner wird am 19. Juni 2022 daheim gegen Rhenania Bottrop das letzte Mal an der Linie stehen. Dann übergibt der verdienstvolle Coach an Slavko „Sladdi“ Franjic, eine bekannte Kicker- und Trainer-Größe im Mülheimer und Essener Raum. Mal schauen, wie Franjic bei den Männern das zweite Adler-Jahrhundert beginnt…

Ein Blick noch zu den Fußball-Frauen bei Adler. Berichtet haben wir von der Frauenfußball-Episode in den 70er Jahren. 48 Jahre später, also 2021, klopft Trainer Niklas Seeger an der Tür, bringt eine Frauen-Mannschaft mit. In den Pflichtspielbetrieb geht es für sie in der Kreisliga los. Die erste Spielzeit ist ein bis dato verlustpunktfreier und torreicher Durchmarsch. Mal sehen, wie es hier weitergeht…

Im Jubiläumsjahr wird der Verein geführt von Manuel Werner (1. Vorsitzender), Pana Giotis (2. Vorsitzender), Timo Pach (Kasse) und Tobias Hauner (Presse, Soziales). Die 1. Männer-Mannschaft wird von Udo Hauner und das 1. Frauen-Team von Niklas Seeger trainiert. Die Frauengymnastik-Abteilung liegt in den Händen von Ute Arnsmann.

Adler der ganz besonderen Art (Auswahl)

Wir haben in der Chronik den einen oder anderen Spieler erwähnt. Ehre für den SV Adler Osterfeld haben weit mehr Kicker eingelegt. Wir erinnern an einige! Da wäre der in Duisburg geborene Tuncay Aksoy, er kam von Rot-Weiss Essen, schoss 2004/2005 zwölf Oberliga-Tore. Mitteldmann Kevin Corvers ist ein echter Osterfelder Junge, schaffte es bei Rot-Weiß Oberhausen bis in die 2. Bundesliga. Holger Gaißmayer, der Torjäger von Rot-Weiß Oberhausen und dem 1. FC Köln, kickte 2000/2001 in Osterfeld (20 Tore). Torwart Daniel Masuch stand in 120 Partien für Osterfeld im Kasten (2000 bis 2005), fing auch beim Zweitligisten Paderborn Bälle. Zu Oberliga-Zeiten begeisterte der Offensivwirbel mit Thorsten Jablonski, Massimo Lo Mele und André Badur, auf dieses Trio war sportlich und charakterlich immer Verlass. Thomas Schlieter (kam 2003 von Hamborn 07, spielte später mit RWO 2. Bundesliga) und André Wiwerink (kam 2002 von Schalke 04 II) begeisterten mit ihren Künsten in der Innenverteidigung. Werner Sonnenschein, war ein umworbener Torwart der 70er Jahre, ein echter Osterfelder, wurde später Vertragsspieler bei Rot-Weiß Oberhausen (32 Einsätze 1980/81 in Liga 2). Die Angreifer Walter Pollerhoff in den 70er Jahren und Tobias Hauner in diesem Jahrhundert blicken jeweils auf mehrere hundert Treffer. Beide können nicht mit Bundesliga-Einsätzen glänzen, haben aber durch ihre Tore so manche Spielzeit eine erfolgreiche werden lassen. Der bekannteste Name dürfte der offensive Mittelfeldspieler Günter Schlipper sein. Als offensiver Mittelfeldmann spielte er einen bundesligatauglichen Ball beim MSV Duisburg und 1. FC Köln sowie später auf Schalke 04, bei Adler war er von 1995 bis 2003.

100 Jahre Adler – 90 Jahre Kampf um Punkte

In der Chronik wird mit Jahreszahlen und Ligen herumgewirbelt es gäbe es kein Morgen mehr. Aus diesem Grunde alle Platzierungen der 1. Mannschaft im Überblick!

2021/22                   Bezirksliga Niederrhein              

2020/21                   Bezirksliga Niederrhein              

2019/20                   Bezirksliga Niederrhein              

2018/19                   Bezirksliga Niederrhein              

2017/18                   Bezirksliga Niederrhein              

2016/17                   Bezirksliga Niederrhein              

2015/16                   Bezirksliga Niederrhein              

2014/15                   Bezirksliga Niederrhein              

2013/14                   Bezirksliga Niederrhein              

2012/13                   Bezirksliga Niederrhein              

2011/12                   Landesliga Niederrhein              

2010/11                   Landesliga Niederrhein              

2009/10                   Landesliga Niederrhein              

2008/09                   Landesliga Niederrhein              

2007/08                   Landesliga Niederrhein              

2006/07                   Landesliga Niederrhein               

2005/06                   Landesliga Niederrhein              

2004/05                   Oberliga Nordrhein                     

2003/04                   Oberliga Nordrhein                     

2002/03                   Oberliga Nordrhein                     

2001/02                   Oberliga Nordrhein                     

2000/01                   Oberliga Nordrhein                     

1999/00                   Oberliga Nordrhein                     

1998/99                   Oberliga Nordrhein                     

1997/98                   Verbandsliga Niederrhein          

1996/97                   Verbandsliga Niederrhein          

1995/96                   Verbandsliga Niederrhein                      

1994/95                   Verbandsliga Niederrhein          

1993/94                   Landesliga Niederrhein              

1992/93                   Landesliga Niederrhein              

1991/92                   Landesliga Niederrhein   

1990/91                   Landesliga Niederrhein              

1989/90                   Bezirksliga

1988/89                   Landesliga Niederrhein              

1987/88                   Landesliga Niederrhein              

1986/87                   Bezirksliga

1985/86                   Kreisliga A

1984/85                   Kreisliga B

1983/84                   Kreisliga A

1982/83                   Kreisliga A

1981/82                   Kreisliga A

1980/81                   Kreisliga A

1979/80                   Kreisliga A

1978/79                   Kreisliga A

1977/78                   Kreisliga A

1976/77                   Bezirksklasse

1975/76                   Bezirksklasse

1974/75                   1. Kreisklasse

1973/74                   1. Kreisklasse

7192/73                   1. Kreisklasse

1971/72                   1. Kreisklasse

1970/71                   1. Kreisklasse

1969/70                   1. Kreisklasse

1968/69                   1. Kreisklasse

1967/68                   2. Kreisklasse

1966/67                   2. Kreisklasse

1965/66                   1. Kreisklasse

6194/65                   1. Kreisklasse

1963/64                   1. Kreisklasse

1962/63                   1. Kreisklasse

1961/62                   1. Kreisklasse

1960/61                   1. Kreisklasse

1959/60                   1. Kreisklasse

1958/59                   1. Kreisklasse

1957/58                   1. Kreisklasse

1956/57                   1. Kreisklasse

1955/56                   1. Kreisklasse

1954/55                   2. Kreisklasse

1953/54                   2. Kreisklasse

1952/53                   2. Kreisklasse

1951/52                   2. Kreisklasse

1950/51                   1. Kreisklasse

1949/50                   Bezirksliga

1948/49                   Kreisklasse Gruppe 1

1947/48                   Kreisklasse Gruppe 1

1946/47                   Kreisklasse Gruppe 1

1942/45                   keine Wettbewerbe

1940/41                   1. Kreisklasse

1939/40                   1. Kreisklasse

1938/39                   1. Kreisklasse

1937/38                   1. Kreisklasse

1936/37                   2. Kreisklasse

1935/36                   3. Kreisklasse

1933/34                   keine Wettbewerbe

1931/32                   Gauklasse Gruppe B

1930/31                   Gauklasse Gruppe B

1929/30                   Gauklasse Gruppe B

1928/29                   Gauklasse Gruppe B

1927/28                   Gauklasse Gruppe B

1922/26                   keine Wettbewerbe

Lust auf Fussball?

Werde Teil unserer Adler Familie und melde Dich zum Probetraining an