Nullnummer mit Schmackes
Montag, den 26. Oktober 2015
adlerosterfeldsc26bocholt
SV Adler Osterfeld - SC 26 Bocholt 0:0
25.10.2015 - 15:00
Bezirksliga Niederrhein Gr.6 – 13.Spieltag 2015/2016

Adler spielt trotz 85 Minuten in Unterzahl 0-0 gegen den SC 26 Bocholt.

Wenn man ab der 5. Minute nur noch zu zehnt spielt und am Ende einen Punkt holt, dann ist das normalerweise ein Grund, stolz zu sein. Beim SV Adler mischte sich in den Stolz gestern aber auch ein bisschen Ärger, denn mit ein klein wenig mehr Glück wäre ein Sieg möglich gewesen, da der SV Adler auch mit einem Mann weniger in einem intensiven Spiel die spielbestimmende Mannschaft war.

sc26-3Unglaubliche Laufleistung, gefährliche Standards: Inan Basar.Die gute Anfangsphase des SV Adler - Abdel Boukdir kam schon nach drei Minuten aus der Drehung zum Abschluss - fand in der 5. Minute ein jähres Ende. Nach einer Notbremse von Ibrahim Kücükarslan zückte der Unparteiische ohne Zögern die rote Karte. Entsetzen beim SV Adler, aber die Entscheidung war korrekt. Zum Glück strich der folgende Freistoß knapp am Tor vorbei, so dass es zwar zu zehnt, aber zumindest torlos weiterging. Adler reagierte: Nun hatte zuerst die Absicherung nach hinten Vorrang, und das gelang bestens. Zwei harmlose Abschlüsse des SC 26, beide keine echte Herausforderung für Kevin Strauch im Osterfelder Tor, ansonsten kam nicht viel vom Gast. Adler war auch zu zehnt gut im Spiel, ließ Bocholt kommen und setzte offensiv den einen oder anderen Nadelstich. Fünf Minuten vor der Pause kam dann eine dieser Chancen, auf die man geduldig wartete. Inan Basars Freistoß aus gar nicht besonders guter Position knallte an die Latte - das hätte die Führung sein können, und sie wäre für den gut organisierten und aufopferungsvoll kämpfenden SV Adler durchaus verdient gewesen.

Die Erwartungshaltung für die zweite Hälfte war klar: Zu erwarten war eine offensive Bocholter Mannschaft, die mit fortlaufender Spieldauer gegen müder werdende Osterfelder immer mehr Druck aufbauen würde. Allerdings war nicht nur die beste Defensive der Liga angereist, sondern offenbar auch einer der einfallslosesten Offensiven. Streng genommen verzeichnete der SC 26 in der kompletten zweiten Halbzeit in Überzahl keinen Torschuss. Einen großen Anteil hatten daran aber auch die in allen Mannschaftteilen mit großem Aufwand gegen den personellen Nachteil ankämpfenden zehn Spieler des SV Adler. Panagiotis Giotis, immer ein Mann für die Drecksarbeit, war in seinem Element und gab die Marschrichtung vor, und alle anderen arbeiteten mit. Bocholts Offensivbemühungen wurden im Keim erstickt, und ab und zu ergab sich Platz für eine eigene Chance. 68 Minuten waren gespielt, als Inan Basar und Mehmet Kafli auf links durchkamen, Kaflis scharfe Hereingabe rauschte aber durch den Strafraum, ohne dass ein Osterfelder Offensiver noch an den Ball kam. Das Spiel war mittlerweile recht ruppig, auch weil Bocholt gegen mal wieder sehr gut kombinierende Osterfelder oft kein anderes Mittel fand, als das Spiel durch kleine Fouls zu unterbinden. Adler drückte auf das 1-0, aber Bocholts Defensive leistete das, was laut Statistik zu erwarten war: solide Arbeit. Eine Unsicherheit von SC 26-Schlussmann Simon Meyering sorgte zwar noch mal für Aufregung, jedoch konnten seine Kollegen mit vereinten Kräften den Ball irgendwie aus der Gefahrenzone herausschlagen. Schlusspfiff: Völlige Erschöpfung beim SV Adler und in den Gesichtern mehr Enttäuschung über die verloreren Punkte als Freude über den gewonnenen.

Aber das ganz und gar überzeugende 0-0 hält den Rückstand auf die Tabellenspitze konstant, und für den arg gebeutelten Kader kommt nun ein in Sachen Meisterschaft lockerer November mit nur zwei Ligaspielen. Vorher geht es aber am kommenden Samstag um 15 Uhr noch im Pokal weiter. Im Waldstadion kommt es zur Neuauflage des letztjährigen Finales gegen die Spvgg. Sterkrade-Nord, das der SV Adler nach großartiger Leistung gewinnen konnte. Mit großen personellen Sorgen und gegen einen Gegner in Höchstform ist der SV Adler aber krasser Außenseiter.

Tore: keine

Es spielten: Strauch - Pach, Kücükarslan, Karabudak, Boukdir (87. Werner), Hauner, Giotis, Basar, Kafli, Demircan, Saglam.

Karten: Rot für Ibrahim Kücükarslan (5., wegen Notbremse)

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