Geduldsprobe mit Happy End
Donnerstag, den 24. September 2015
adlerosterfeldspvggfriedrichsfeld
SV Adler Osterfeld - SV Friedrichsfeld 08/29 1:0 (0:0)
23.09.2015 - 19:30
Bezirksliga Niederrhein Gr.6 – 8.Spieltag 2015/2016

Tobias Hauner erlöst den SV Adler kurz vor Schluss.

Am gestrigen Mittwochabend schaffte der SV Adler gegen Friedrichsfeld endlich den ersten Heimsieg - und stellte dabei direkt eine uralte Fußballweisheit auf den Kopf. Denn nachdem die Mannschaft vorne Chance um Chance vergeben hatte, traf eben nicht Friedrichsfeld auf der andere Seite, sondern Tobias Hauner für den SV Adler zum hochverdienten Sieg. Der war der Lohn für eine konzentrierte und engagierte Mannschaftsleistung - die beste der bisherigen Saison.

tobiashaunerErlöste den SV Adler vier Minuten vor Schluss:
Tobias Hauner
Klar zu erkennen war von Beginn an, dass der SV Adler auf die enorme Schnelligkeit und Torgefährlichkeit der Gäste (vorher 18 Tore in 6 Spielen) taktisch reagierte. Ballbesitz war das Ziel, gefährliche Ballverluste sollten weitestgehend vermieden werden, das Spiel nach vorne sollte kontrolliert erfolgen und nicht wie sonst so oft überfallartig und dadurch riskant. Die Mannschaft setzte diese Vorgabe perfekt um. Erste Chancen wurden herausgearbeitet und -gespielt, vor allem ein Doppelpass von Tobias Hauner mit Abdel Boukdir hätte durchaus einen Treffer verdient gehabt. Allerdings zeigte sich in dieser Szene wie auch in einigen anderen das Manko der bisherigen Saison, der Torabschluss. Friedrichsfeld deutete seine Gefährlichkeit zwischendurch mal an, es war klar, dass die Gäste extrem schnell nach vorne spielen können, wenn man nicht wachsam und konsequent verteidigt. Doch genau das tat der SV Adler, und spätestens in der Schlussphase der ersten Hälfte lag die Osterfelder Führung in der Luft: Zwei starke Bälle von Celal Karabudak auf den unermüdlich arbeitetenden Tobias Hauner, einen davon hätte der letztes Jahr noch gemacht, dieses Jahr scheitert er zweimal am Friedrichsfelder Schlussmann. Kurz vor der Pause sendete auch Friedrichsfeld mal ein Lebenszeichen, doch Kevin Strauch war zur Stelle und hielt gegen Finn Müller. Mit einem 0-0 in einem trotz Torarmut sehenswerten Spiel ging es in die Pause.

Mit dem Beginn der zweiten Hälfte kam der Regen, und mit dem Regen kam ein nochmal druckvollerer SV Adler. Drei Minuten waren gespielt, als Dennis Roszkiewicz frei vorm Tor den einen Pass zu viel spielte, Mehmet Kafli stand da vermutlich tatsächlich im Abseits. In dieser Situation hätte er selbst schießen und seine blitzsaubere Leistung krönen können - schade. Adler war nun am Drücker. Ein Angriff nach dem anderen rollte aufs Friedrichsfelder Tor, Tobias Hauner war als Ballverteiler und als (noch) verhinderter Torjäger überall, Abdel Boukdir warf auf nun glitschigem Geläuf seinen Körper in jeden erreichbaren Zweikampf, Mehmet Kafli nahm Fahrt auf, es war eine Freude, dem Osterfelder Offensivspiel zuzuschauen. Nur das Tor wollte nicht fallen. Mehmet Kafli ließ eine 100%ige liegen, als der Friedrichsfelder Torwart bereits geschlagen schien, Abdel Boukdir hatte gleich zwei ganz große Chancen: Einmal war er frei durch und zwang Christian De Groodt zu einer Fußabwehr, einmal war er zu überrascht und verzog aus wenigen Metern knapp. Gerade in dieser Szene war aber der Osterfelder Ärger über den Unparteiischen mehr als verständlich: Nach einem missglückten Fallrückzieher im eigenen Strafraum war Friedrichsfelds Verteidiger vorher mit beiden Händen am Ball, doch der Elfmeterpfiff blieb aus.  Die Uhr lief runter, das Tor der Gäste schien wie vernagelt, aber der SV Adler zeigte keinerlei Anzeichen von Frust, sondern spielte sein Spiel unbeirrt weiter - und wurde belohnt:  Vier Minuten vor Schluss fand Inan Basar vorne im Zentrum Tobias Hauner, der ließ einen Verteidiger aussteigen und vollstreckte eiskalt. Was für eine Erlösung! Und wie absolut verdient. Weder ein strittiger Freistoß nah am Osterfelder Tor noch eine großzügig bemessene Nachspielzeit konnten den Sieg noch ernsthaft gefährden, es blieb beim 1-0-Sieg.

Vom selten geprüften, aber immer hellwachen Kevin Strauch über eine hochkonzentrierte Defensve und eine unermüdlich rackernde Offensive bis zum sich nahtlos einfügenden Einwechselspieler Mert Erbas war das eine rundum starke Mannschaftsleistung des SV Adler. Mit nun 12 Punkten aus 8 Spielen sieht die Welt vor dem Derby am "Dicken Stein" bei Sterkrade 06/07 (Sonntag, 15 Uhr) schon wieder besser aus. Der Aufsteiger steht auf einem überraschenden dritten Platz und wird eine ähnlich konzentrierte Leistung einfordern, um von dort etwas mitzunehmen.

Tore: 1-0 Tobias Hauner (86.)

Es spielten: Strauch - Pach, Kücükarslan, Karabudak, Roszkiewicz (61. Erbas), Kafli, Hauner, Giotis, Boukdir, Basar, Saglam