Gut, aber eben nicht „spitze”
Sonntag, den 04. November 2012
adlersc20oberhausen
SV Adler Osterfeld – SC 20 Oberhausen  2:4 (2:1)

Bezirksliga Niederrhein Gr.4 – 12.Spieltag 2012/2013

Adler bringt Spitzenreiter ins Wanken, verliert dann aber doch noch.

Als das nicht immer sicher leitende Oberhausener Schiedsrichtergespann das gestrige Spitzenspiel abpfiff, da hätten die Gemütslagen nicht unterschiedlicher sein können: Während der SV Adler den Anschluss an die Tabellenspitze erstmal hat abreißen lassen müssen, eilt der SC 20 mit großen Schrittem seinem großen Ziel Aufstieg entgegen. Dabei hätte alles auch andersherum kommen können, die zahlreichen dem Dauerregen trotzenden Zuschauer hatten ein offenes Spiel zweier spielstarker Mannschaften auf Augenhöhe gesehen.

Die erste Halbzeit ging recht klar an die Osterfelder. Zwar hatte der SC 20 im Mittelfeld phasenweise ein leichtes Übergewicht, die klareren und zwingenderen Aktionen zeigte aber der SV Adler. Die erste Standardsituation, ein Freistoß von Patrick Cibis, landete noch in der Mauer, bei der zweiten war es dann aber Robert Trimborn, der die passgenaue Flanke von Nabil Ben Romdhane ins Netz köpfte (1-0, 17.Minute) . Die erste größere Chance für die Gäste machte weniger Minuten später Rene Staron zunichte, der gegen den frei vor ihm auftauchenden Ümit Ertural großartig reagierte. Mitten in diese Phase, in der sich der SC 20 ein wenig mehr ins Spiel kämpfte, kam dann der große Auftritt von Andre Kampen. Erst ließ er zwei Gästeverteidiger stehen, dann nahm er Maß und traf in den Winkel (2-0, 29. Minute). Da war sie, die große Chance, bis auf einen Punkt an den bislang ungeschlagenen Tabellenführer heranzukommen. Viel fiel der Mannschaft vom Knappenmarkt gegen eine kämpferisch wie spielerisch überzeugende Osterfelder Mannschaft zu diesem Zeitpunkt nicht ein. Dass es anders kommen sollte, dazu trug die bittere 43. Minute bei. Erst trifft Ricardo Lenz im Nachsetzen gegen eine da nicht abgezockt genug agierende Adler-Abwehr zum Anschlusstreffer (2-1, 43. Minute), im Gegenzug scheitert Nils Carstensen frei vor dem Tor und versäumt es, direkt den alten Abstand wiederherzustellen.

In zweiten Durchgang zeigte sich, dass diese Szene symptomatisch sein sollte für das, was dann kam. Auf der einen Seite eine Osterfelder Mannschaft, die großen Aufwand betreibt, guten Fußball spielt, leider aber auch oft zu viele Chancen braucht und hinten es dann dem Gegner manchmal zu einfach macht. Auf der anderen Seite eine spielerisch gute, aber nicht übermächtige Mannschaft vom SC 20, die aber konsequent jede Schwäche ausnutzt. So war es in der 50. Minute, als Oliver Nözel einen Abwehrfehler sofort bestrafte und das 2-2 erzielte, so war es in der 70. Minute, als ein eigentlich aussichtsreicher Osterfelder Angriff abgefangen wurde und Ümit Ertural gegen die aufgerückte Abwehr das 2-3 erzielte. Als kurz danach wiederum Ertural einen von Rene Staron fallengelassenen Ball über die Linie drosch, war das Spitzenspiel gelaufen, war der Abstand des SV Adler auf den SC 20 auf 7 Punkte angewachsen. Klar, man kann mit dem Glück hadern oder auch mit dem Schiedsrichtergespann, das dem SV Adler einen klaren Strafstoß verweigerte, als Sebastian Czajkowski für jedermann sichtbar im Strafraum gelegt wurde. Man muss aber auch anerkennen, dass es wohl gerade die Abgeklärtheit, jeden noch so kleinen Fehler des Gegners gnadenlos auszunutzen, den SC 20 zu der Spitzenmannschaft macht, die unsere junge Mannschaft noch werden möchte und werden kann.

Die nächste Gelegenheit, es mit einem Großen der Liga aufzunehmen, kommt sofort. Am kommenden Sonntag, schon um 11 Uhr, geht es zum Tabellendritten Essen-West 81, vor der Saison von vielen noch vor dem SC 20 zum Top-Favoriten erklärt. Dass unsere Mannschaft mit jedem mithalten kann, haben wir gesehen, und so sollte es durchaus möglich sein, etwas Zählbares aus der Nachbarstadt mitzubringen.

Tore:
1:0 Robert Trimborn (17.), 2:0 Andre Kampen (29.), 2:1 Ricardo Lenz (43.), 2:2 Oliver Nözel (51.), 2:3 Oliver Nözel (70.), 2:4 Ümit Ertural (75.)

Aufstellung: Staron - Kandziora, Hauner, Werner, Cibis, Trimborn, Ben Romdhane, Gül, Carstensen (72. Banowski), Kampen (72. Demircan), Czajkowski

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