Derby-Sieg dank Derby-Tugenden
Mittwoch, den 26. September 2012
djkarminiaadler
DJK Arminia Klosterhardt 2 – SV Adler Osterfeld  2:4 (2:2)

Bezirksliga Niederrhein Gr.4 – 7.Spieltag 2012/2013

Adler dreht das Spiel nach 0-2-Rückstand
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Ein eher untypisches Derby sahen die Zuschauer auf der Klosterhardter Platzanlage am Hans-Wagner-Weg am gestrigen Abend. Untypisch war zuallererst, dass der SV Adler nach dem Abstieg nur noch auf die Zweitvertretung der Arminia traf, untypisch war aber vor allem, dass spielerische Qualität anstelle der oftmals zitierten Härte eines Derbys trat, so dass der umsichtige Schiedsrichter ohne jede Karte auskam. Spielentscheidend war dann aber doch eine klassische Derby-Tugend: die unerschütterliche Moral der Osterfelder Mannschaft.

Es hatte nicht gut angefangen. Nach einer Phase des Abtastens hatte der SV Adler zwar das Geschehen ein wenig in den Griff bekommen und sich durch Mehmet Gül erste Chancen erarbeitet, dann führten aber altbekannte Nachlässigkeiten in der Abwehr zum Rückstand. Erst war niemand da, um nach Starons Glanztat zu klären, stattdessen schob Florian Reuschenbach ein (1-0, 20. Minute), dann wurde Burak Al in der Mitte mustergültig, aber auch völlig ungestört freigespielt und erhöhte auf 2-0, nur fünf Minuten später.

Es ist wohl so, dass die Mannschaft Weckrufe dieser Art braucht. Sofort änderte sich das Auftreten der Osterfelder Spieler. Andre Kampen schoss zwar noch den Torwart an, den Abpraller köpfte er aber zum Anschlusstreffer über die Linie (2-1, 28. Minute). Und noch vor der Pause glich Nils Carstensen aus: nach einem präzisen Pass des erneut stark spielenden Nabil Ben Romdhane behielt er vor dem Tor die Ruhe (2-2, 38. Minute).

Die zweite Hälfte begann ähnlich furios, wie die erste geendet hatte, erst konnte die Osterfelder Abwehr in höchster Not auf der Linie klären, im direkten Gegenzug verpassen gleich zwei Osterfelder eine Hereingabe und den möglichen Führungstreffer.

Danach kam etwas Ruhe ins Spiel. Der SV Adler stand nun etwas sicherer und versuchte mit etwas mehr Geduld, die spielerische Überlegenheit auszunutzen. In einer der ereignisärmeren Phasen des Spiel dann in der 70. Minute der Schock: Timo Pach und Mathias Banowski prallten im eigenen Strafraum unglücklich zusammen, und während Banowski recht schnell wieder stand, lag Pach minutenlang am Boden. Glücklicherweise konnten beide auf den eigenen Beinen das Spielfeld verlassen und hatten sich „nur" Platzwunden zugezogen.

Anstatt geschockt reagierten die Spieler des SV Adler aber nun wild entschlossen. Wenige Minuten später setzte sich Manuel Werner zum wiederholten Male stark durch, sein Schuss schlägt im linken unteren Toreck ein, unhaltbar für Ex-Osterfelder Mathias Eckl im Klosterhardter Tor (2-3, 77. Minute).

Was fehlte noch? Ein Tor von Sebastian Czajkowski, denn schließlich trifft der diese Saison in jedem Spiel. Dieses Mal mussten die Osterfelder Fans lange warten, eh er im Strafraum an den Ball kam, noch einen Verteidiger ausspielte und aus kurzer Distanz traf (2-4, 82. Minute).

Durch den Derby-Sieg rutscht der SV Adler in der Tabelle auf Platz 5 vor und erwartet am Sonntag die DJK SG Altenessen zu einem Spiel, das man mit etwas gutem Willen schon fast als „Verfolgerduell" bezeichnen könnte. Das ist eine schöne Momentaufnahme, die aber nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass die drei bisherigen Siege gegen die drei Tabellenletzten eingefahren wurden. Dennoch: Vieles stimmt in der Mannschaft, und mit einer von Anfang an wachen Leistung kann auch gegen die starken Altenessener etwas Zählbares geholt werden. Allerdings kommen diese mit der Empfehlung eines Sieges gegen Aufstiegsfavorit TuS Essen-West 81 ins Waldstadion.

Tore: 1:0 Florian Reuschenbach (20.), 2:0 Burak Al (25.), 2:1 Andre Kampen (28.), 2:2 Nils Carstensen (38.), 2:3 Manuel Werner (77.), 2:4 Sebastian Czajkowski (82.)

Aufstellung: Staron - Pach (70. Hauner), Kandziora, Werner, Trimborn, Ben Romdhane, Gül, Carstensen (90.+3 Bleckmann), Kampen, Banowski (70. Demircan), Czajkowski

Pressespiegel - Fussball.de

Tore: 1:0 Florian Reuschenbach (20.), 2:0 Burak Al (25.), 2:1 Andre Kampen (28.), 2:2 Nils Carstensen (38.), 2:3 Manuel Werner (77.), 2:4 Sebastian Czajkowski (82.)


Aufstellung: Staron - Pach (70. Hauner), Kandziora, Werner, Trimborn, Ben Romdhane, Gül, Carstensen (90.+3 Bleckmann), Kampen, Banowski (70. Demircan), Czajkowski