Zu spät wachgeworden
Sonntag, den 13. Mai 2012

tsvsafaksporadler
TSV Safakspor – SV Adler Osterfeld  1:1 (0:0)

Landesliga Niederrhein Gr.1 – 27.Spieltag 2011/2012

„Not gegen Elend" gehörte zu den Kommentaren, die man im schmucken Vereinsheim des TSV Safakspor zur Halbzeit am häufigsten hörte. Und es stimmte: Was die beiden Mannschaften den Zuschauern in der ersten Hälfte geboten hatten, hatte mit Landesliga-Fußball nur sehr entfernt etwas zu tun. Die beiden schlechtesten Abwehrreihen der Liga hielten jeweils hinten die Null, was viel über die Qualität der Angriffsbemühungen aussagt.

Bezeichnend war dann auch, dass die interessanteste Szene der ersten 45 Minuten keineswegs auf einen gelungenen Angriff zurückzuführen war. Es war der Osterfelder Shkelzen Imeri, der den Ball aus unerfindlichen Gründen aufs eigene Tor brachte und der Glück hatte, dass der zurückeilende René Staron diesen noch auf der Linie klären konnte. Staron war es auch zu verdanken, dass ein schön geschossener Freistoß nicht im Winkel einschlug, irgendwie bekam der Osterfelder Torhüter noch die Hand an den Ball und lenkte ihn um den Pfosten.

Wer auf Osterfelder Seite gehofft hatte, dass der SV Adler mit mehr spielerischer Linie aus der Kabine kommen würde, der sah sich erstmal getäuscht. In einem Durcheinander im eigenen Strafraum holte René Staron einen gegnerischen Stürmer von den Beinen, den unstrittigen Elfmeter verwandelte Olkan Alakazli sicher ins rechte untere Eck.

Dieses Gegentor weckte die Osterfelder, nur wenige Minuten später umkurvte Dennis Terwiel nach schönem Spielzug den Torwart der Tackenberger und schob gekonnt aus sehr spitzem Winkel zum Ausgleich ein.

In der Folge war zu erkennen, dass der SV Adler den Abstiegskampf angenommen hat: Angriff um Angriff rollte auf das Tor von Safakspor, diese wiederum blieben gegen die oft weit aufgerückte Osterfelder Abwehr allerdings ebenfalls gefährlich. Die größte Chance für den TSV gab es nach einem Freistoß: Den platzierten Kopfball hatten wohl die meisten schon im Tor gesehen, als René Staron noch heranflog und erneut bravourös hielt. Alle weiteren Chancen hatte aber der SV Adler, mit zunehmender Spieldauer in immer schnellerer Folge hatten die Osterfelder Fans den Torschrei auf den Lippen. Doch weder die Doppelchance mit Lattentreffer von Gino Seggio und über das Tor gesetzem Aufsetzer von Tobias Hauner noch der Versuch von Abdelaziz Boukdir, dessen Schuss aus kürzester Distanz am Pfosten vorbeirollte, führten zum Erfolg. In der Nachspielzeit hätte es dann Strafstoß für den SV Adler geben können, jedoch erschien dem Schiedsrichter das Handspiel wohl als unabsichtlich. Bei den darauf folgenden wütenden Protesten holte sich Ferhat Türkmen dann noch die gelb-rote Karte ab.

Durch die starke Schlussoffensive hätte sich der SV Adler den Sieg verdient gehabt, jedoch muss auch festgehalten werden, dass die erste Hälfe komplett verschlafen wurde. Angesichts des erneuten Sieges der Sportfreunde Niederwenigern beträgt der Vorsprung nur noch 4 Punkte bei 3 noch ausstehenden Spielen – und nächsten Sonntag kommt mit der Zweitvertretung von Rot-Weiß Essen ein spielstarker Gegner ins Waldstadion, gegen den es im Hinspiel 9 (!) Gegentore gab. Trotzdem: Auf der Leistung in der letzten halben Stunde kann man aufbauen, noch kann der Klassenerhalt aus eigener Kraft geschafft werden.

Tore: 1:0 Olkan Alakazli (47. FE), 1:1 Dennis Terwiel (50.)

Aufstellung:
Staron – Dag, Hauner, Cibis, Trimborn, Imeri, Gül (56. – Türkmen), Terwiel, Demirci, Seggio, Czajkowski (64. – Boukdir)

Karten:
Ferhat Türkmen (90.+2 /Gelb-Rot)

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