100 Jahre Adler Osterfeld – das Festwochenende 28./29. Mai 2022

Alles ist fein hergerichtet. Die Anlage an der Siepenstraße zeigt sich von ihrer besten Seite. Hier wie dort locken Stände mit Speis und Trank, dazu ein Glücksrad, eine Verlosung, zwei große Zelte mit vielen Sitzmöglichkeiten. Sicher ist sicher, doch am Samstag ist das Wetter gnädig. Sonne pur, T-Shirt-Temperaturen laden zum Verweilen ein.

Dann um 14 Uhr das erste Spiel. „Rot-Weiß Oberhausen Tradition“ trifft auf Team „Trainer plus OB-Allstars“. Auf RWO-Seite hat das ehemalige Kleeblatt, der ehemalige Sportliche Leiter der Adler und langjähriger Traditionself-Coach Carsten Kemnitz unter anderem die Ex-Größen Dalibor Gataric, Daniel Embers, Julian Berg, Ludwig Asenso, Achim Meyer, Markus Boldt, Roberto Gambino und viele mehr am Start. Die Trainer und Allstar-Truppe, gecoacht von Adler-Neutrainer Slavko „Sladdi“ Franjic, beginnt mit Mirko Remmerde im Tor, dann Markus Voss, Marco Thomas, Dennis Charlier, Riad Jabeur, Paul Schendzielorz, Niko Andreadakis, Thomas Krebs, Murat Cebeci, Ümit Ertural und Mike Ratkowski. In der Hinterhand hat der beliebte Trainer noch Sebastian Stempel, Raif Yalcin, Marcel Hebisch und Dennis Discher. Diese geballte Power macht Sinn, denn nach dem glatten 0:3 zum Pausentee holt sein Team in Durchgang zwei ein achtbares 4:4, summa summarum gewinnt Rot-Weiß mit 7:4 Treffern.

Auch Markus Krebs schaut beim Jubiläumstag an der Siepenstraße vorbei. Im Waldstadion haut er flugs einige seiner Witze in die Kolonne und wünscht alles Gute.

Als unterhaltsamer Appetit-Happen schaut Witze-Papst Markus Krebs vorbei. Obwohl höhere Gewalt ihn fast zur Absage gezwungen hat, hält die Ruhrpott-Ikone Wort und feuert so manchen Gag ins lauschende Publikum. Dann noch eine große Schüppe Selfies – und der Gast entschwindet Richtung Düsseldorf, wo eine ausverkaufte Halle auf den Comedy-Star wartet.

Sogleich, um 17 Uhr, steigt die Partie der „Osterfeld Allstars“, zusammengestellt und betreut von Massimo „Massi“ Lo Mele, gegen eine Schalker Traditionself, letztere sind mit der „großen Trainer-Kapelle“ Rüdiger Abramczik, Klaus Fichtel und Olaf Thon da. Auf dem Platz stehen, weil er es noch bestens kann, dann Olaf Thon selbst (in Halbzeit eins), Rene Lewejohann, Markus Kaya und weitere königsblaue Edelsteine. Adler bietet ehemalige Oberliga-Spieler auf wie die legendären Torjäger André Badur, Andreas Elsenrath, Udo Hauner, Torsten „Toto“ Jablonski und „Massi“ selbst. Das Spiel endet „nur“ 6:1 (3:0) für die Knappen, Keeper Kai Heutger verhindert mit seinen Glanzparaden „wie in guten alten Zeiten“ zumindest drei, vier weitere Tore. Da passt es gut, das Oberliga-Kamerad Javier Lopez Sekunden vor Schluss den Ehrentreffer markiert.

In der Halbzeit ist ein Adler merklich gerührt. Vorsitzender Manuel Werner ruft seinen scheidenden Cheftrainer (letztes Spiel/H am Sonntag, 19. Juni, 15 Uhr, gegen Rhenania Bottrop) nach vorne, überreicht eine prächtige Bild-Collage und einen Satz Konzertkarten für das Helene Fischer-Konzert in Köln, ehrt ihn wegen seiner Verdienste. Gastmoderator Ferdi Seidelt verliest ein Grußwort von Bernard „Ennatz“ Dietz (eine schwere Knie-Operation machte dessen Besuch unmöglich):

Udo Hauner wird in der Halbzeit des Legenden-Spiels Osterfeld gegen Schalke für sein Lebenswerk geehrt. Unser Bild zeigt etliche seiner Kameraden aus der Oberliga-Zeit.

„Lieber Sportverein Adler Osterfeld, liebe Fußball-Familie! Zu Eurem 100. Geburtstag gratuliere ich von Herzen. Es ist schon spannend zu wissen, welche Höhen und Tiefen in einem Jahrhundert möglich sind. Sicherlich eines der Glanzlichter ist Euer Udo Hauner, der zuerst als Oberliga-Spieler und später als Cheftrainer der ersten Mannschaft Zeichen gesetzt hat. Wie ich ist auch Udo aus dem Bergbau. Hier war und ist Kameradschaft oberstes Prinzip, einer für alle, alle für einen, keiner wird zurückgelassen. Das ist, so ist mir gesagt worden, das Wesen von Udo. Lieber Udo, die Ehrung, die Dir heute die Adler-Familie zukommen lässt, hast Du Dir deshalb mehr als verdient. Dein Ennatz Dietz!“

Der Samstag klingt aus mit mächtig viel „Remmi-Demmi“. DJ Le Cruz sorgt für Stimmung bis nach Mitternacht, doch letztendlich muss der Platz geräumt werden für den anstehenden Familien- und Frauenfußball-Sonntag. Der leidet leider durch mehrere, heftige Regenschauer. Hier ist sicherlich das Highlight das Gastspiel von Top-Regionalligist Borussia Mönchengladbach, der in Zweitliga-Qualität dem ambitionierten Neueinsteiger und Kreisliga-Meister Adler Osterfeld beim 20:0 (6:0) aufzeigt, dass der Weg nach oben noch ein weiter ist.

Aller Anfang ist schwer – bundesliga-starke Spieler von Borussia Mönchengladbach und Neu-Bezirksligist Adler Osterfeld nach dem Spiel in trauter Chronisten-Foto-Runde.

Bleibt zu berichten, dass der Verein anlässlich seines 100-jährigen Bestehens einen Jubiläumsbaum gepflanzt und eine Vereinschronik-Broschüre erstellt hat. Denn morgen ist Alltag und dann wollen 100 Jahre auch so verewigt sein!