Ein teuer erkaufter Sieg
Montag, den 05. September 2016
meiderich0695adlerosterfeld
SpVgg. Meiderich 06/95 - SV Adler Osterfeld  2:4 (0:2)
04.09.2016 - 15:30
Bezirksliga Niederrhein Gr.5 – 5.Spieltag 2016/2017

Adler gewinnt in Meiderich, bangt aber um Timo Pach und Erdem Saglam.

Nach souveränem Start gab der SV Adler beim sich über weite Strecken kaum bezirksligatauglich präsentierenden, aber kampfstarken Gastgeber aus Meiderich in der letzten halben Stunde die Kontrolle übers Spiel vollständig ab und rettete sich glücklich mit drei Punkten irgendwie über die Schlussphase. Getrübt wird die Freude über den vierten Sieg im fünften Spiel über zwei Verletzungen: Sowohl Timo Pach als auch Erdem Saglam knickten auf dem stumpfen Kunstrasen böse um und dürften Udo Hauner wohl eine Weile lang fehlen.

nilscarstensenBereitete die Führung mustergültig vor:
Nils Carstensen
Ein Blick auf die Tabelle vor dem Spiel verteilte die Rollen klar: Die bislang ohne eigenen Treffer gebliebenen Meidericher auf der einen, der mal wieder glänzend aus den Startlöchern gekommene SV Adler auf der anderen Seite. Die qualitativen Unterschiede waren auch auf dem Platz offenkundig, allerdings lauerte auch der SV Adler erst einmal auf günstige Gelegenheiten, während Meiderich schlichtweg mit der Spielgestaltung überfordert war. Das Spiel war in der ersten halben Stunde arm an Höhepunkten, bot aber leider bereits den ersten Tiefpunkt. Timo Pach humpelte mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Platz, für ihn kam Manuel Werner. Eine der ersten geradlinigen Osterfelder Aktionen brachte direkt die Führung – Nils Carstensen war auf rechts um einiges schneller als die Meidericher Abwehr, und seine Hereingabe fand Tobias Hauner, der den schwer zu nehmenden Ball gekonnt ins Tor drosch. Da war sie wieder, die neue Kaltschnäuzigkeit der Osterfelder vorm gegnerischen Tor. Kurz vor der Pause war es mal wieder Okan Demircan, der über links für Gefahr sorgte, seine Vorlage verwandelte der ausnahmsweise mal vorne spielende Erdem Saglam so, als würde er nie auf einer anderen Position spielen: 2-0 zur Pause gegen erschreckend harmlose Duisburger, der SV Adler war vermeintlich auf die Siegerstraße eingebogen.

Die letzten Zweifel schien direkt nach dem Pausenpfiff Abdel Boukdir zu beseitigen. Über Ralf Thiel und Erdem Saglam kam der Ball zu Adbel, und der entdeckte die Lücke und zirkelte den Ball zentimetergenau dahin, wo Meiderichs Torhüter nicht hinkommen konnte: 47 Minuten waren gespielt, Adler führte 3-0 und war mal wieder gnadenlos effizient. Doch dann wurde auch Erdem Saglam Opfer des schlechten Platzes, Sebastian Czajkowski kam für ihn. Und der SV Adler verlor in dieser Phase des Spiels den Zugriff aufs Mittelfeld. Auf einmal war Meiderich am Drücker, mit dem Mute der Verzweiflung, aber es genügte, um die unsicher wirkende Adler-Abwehr von einer Verlegenheit in die nächste zu stürzen. Die Verunsicherung wirkte wohl ansteckend, denn nach 65 Minuten war es ausgerechnet die Zuverlässigkeit in Person, Kevin Strauch, der Meiderich wieder ins Spiel brachte. Er ließ einen sicher geglaubten Ball fallen, und aus dem Gewühl traf Christian Merks für Meiderich – zum ersten Mal nach 425 in der Saison gespielten Minuten. Es folgte das große Zittern. Meiderich erarbeite sich Chance um Chance, Kevin Strauch hatte seinen Fehler im Eins-gegen-eins gegen Meiderichs Merks und Minta schon längst wieder gut gemacht, war allerdings dann gegen Yousef-Bashar Gamal-Yousef chancenlos, der die gefühlt zehnte Osterfelder Einladung zum Anschlusstreffer dann doch annahm. Noch eine knappe Viertelstunde zu spielen, mittlerweile hatte auch Meiderich einen verletzungsbedingten Ausfall zu beklagen, blieb aber weiter am Drücker. Binnen weniger Minuten war aus einer klaren Angelegenheit ein Zitterspiel geworden, dem erst Gino Seggio ein Ende setzte. Mit einer schönen Einzelaktion drang er in den Strafraum ein und wurde von Meiderichs Torwart Stefan Minz von den Beinen geholt – einen klareren Strafstoß sieht man selten. Tobias Hauner behielt die Nerven und setzte den Schlusspunkt.

Wir wünschen unseren beiden Spielern Timo Pach und Erdem Saglam, aber auch Meiderichs Onur Dagdeviren, dass sie bald wieder auf dem Platz stehen können. Für den SV Adler geht's am kommenden Sonntag ins stets brisante Derby gegen Blau-Weiß Oberhausen. Die Blau-Weißen kommen nach schwachem Start immer besser in die Saison, da dürften Nachlässigkeiten wie gestern eher nicht ungestraft bleiben.

Tore: 0-1 Tobias Hauner (36.), 0-2 Erdem Saglam (44.), 0-3 Abdel Boukdir (47.), 1-3 Christian Merks (65.), 2-3 Yousef-Bashar Gamal-Yousef (77.), 2-4 Tobias Hauner (90., Foulelfmeter)

Es spielten: Strauch - Pach (25. Werner), H. Boukdir, Pieritz, Hauner, Ewemen, A. Boukdir, Saglam (55. Czajkowski), Carstensen (83. Seggio), Thiel, Demircan