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Adler 5:6 – Sterkrade 06/07/0:8


Adler 5:6 – Sterkrade 06/07/0:8
Oberhausen, 01.09.2010, Marc GuntermannBjörn Wentz

Zwei Mannschaften, zwei Sorgenkinder. Die Fußball-Landesligisten Adler Osterfeld und Sterkrade 06/07 sind mit Hoffnungen in die neue Spielzeit gestartet und bereits nach drei Partien auf dem Boden der Tatsachen angelangt.

Besonders hart erwischt hat es die Rothebuscher – von vielen als Geheimfavorit gehandelt – die noch keinen Zähler verbucht haben. Die Tackenberger immerhin haben schon drei Zähler eingefahren, aber die 0:8-Klatsche vom letzten Sonntag beim Cronenberger SC lässt nichts Gutes vermuten. Sonntag treffen beide aufeinander – vor dem Derby ist Ursachenforschung angesagt.

Sorgenkind Adler Osterfeld: Problem eins: Trainer Achim Mawick gibt zu, dass ihm eine Gruppenbildung innerhalb der Mannschaft aufgefallen sei und „dass das Gift ist." Heute beim Training wollen sich Mawick und sein Assistent Ecevit Bögus mit der gesamten Mannschaft zusammensetzen. „Da kann jeder seine Meinung einbringen und sagen, was ihm nicht passt." Die Aussprache sollte eigentlich schon Dienstag stattfinden, machte aber keinen Sinn, da einige Spieler berufsbedingt fehlten. „Sowas funktioniert nur, wenn alle dabei sind." Nach dem Gespräch sollen diese „Unklarheiten innerhalb der Mannschaft" (Mawick) beseitigt sein. Beim 5:6 gegen Vogelheim, so der Coach, „habe sich jeder auf den anderen verlassen". Mawick ist sicher: „Wir werden da schon eine Lösung finden. Ich mache mich deswegen nicht verrückt. Ich weiß, dass unheimlich viel Potenzial in der Mannschaft steckt." Auch an der Person Niko Andreadakis soll zuletzt Kritik aus dem Umfeld und aus der Mannschaft zu hören gewesen sein. „Der Niko ist ein Führungsspieler. Er darf und soll seine Meinung äußern. Aber auch er hat noch nicht das abgerufen, was ich mir von ihm erwarte", sagt Mawick. Dadurch dass sich Robert Trimborn frühzeitig schwer verletzt hat, ruhten die Hoffnungen alleine auf Spielgestalter Andreadakis - ungewollt. Vielleicht des Guten zu viel? „Das ganze Spiel funktioniert nur, wenn ein Rad in das andere greift", will Mawick seine Elf wieder als Kollektiv auf dem Platz sehen. „Die Mannschaft wird ein anderes Gesicht zeigen", ist sich „Schimmel" sicher.

Problem zwei: Die junge Mannschaft ist bislang erfolgsverwöhnt gewesen. „Die meisten Spieler kommen aus der A-Jugend, die letztes Jahr Meister und Pokalsieger geworden ist. Und: „Die gute Rückrunde mit dem vorzeitigen Klassenerhalt war ein ebenso positives Ergebnis." Mawick: „Die jetzige Situation trägt zu ihrem Lernprozess bei."

Problem drei: Die Verletztenliste. Mawick lässt dies zwar nicht als Ausrede gelten: „Wer landesligatauglich sein will, muss sich behaupten können." Fakt ist aber: Die Rothebuscher trifft's derzeit knüppeldick. Mit Robert Trimborn (Mittelfußbruch) ist erst wieder zur Rückrunde zu rechnen, wahrscheinlich auch mit Jan Golembiewski (Wadenbeinbruch). Nun hat sich auch noch Stammtorwart Matthias Eckl verletzt – Verdacht auf Bänderriss. Michael Kandziora (Meniskus-OP) befindet sich im Aufbautraining, wann Sebastian Dorgaten (Außenband-Entzündung) mal wieder mitmischen kann - ungewiss. Ali Karagöz ist seit zwei Wochen wieder im Training, aber noch nicht frei, während Chris Harder zurück zu 06/07 will.

Womit wir gleich beim nächsten Sorgenkind wären. Konnte man die 0:4-Pleite zum Auftakt gegen Kray noch als „normal" einstufen, so dürfte das 0:8 in Cronenberg die Alarmglocken schrillen lassen. Dass am zweiten Spieltag immerhin ein Sieg in Rellinghausen verbucht werden konnte, macht die Laune bei den Offiziellen nicht besser, zeigt aber immerhin: Es geht doch!

Aber damit es weiterhin geht, muss sich bei den „Blauen" dringend etwas ändern. In erster Linie die Einstellung. „Die ist das A und O", sagt Trainer Jens Szopinski. „Ohne die richtige Einstellung und ohne Laufbereitschaft geht es nicht!" Und die war offenbar in Cronenberg nicht vorhanden. „Es ist egal, welche Formation spielt und mit welcher taktischen Ausrichtung sie aufläuft: 0:8 darf man nie und nimmer verlieren", stellt Szopinski klar.

Ob seine Mannschaft generell über die nötige Qualität verfüge, kann der Linienchef nur bejahen. „Die Qualität ist da. Daran lasse ich keine Zweifel aufkommen!" Allerdings ist der Kader wie schon im Vorjahr relativ dünn besetzt, was gerade die taktische Neuerung, mit einer Viererkette zu spielen, arg zurückgeworfen hat. „In der Vorbereitung stand die Kette vor allem gegen klassenhöhere Mannschaften richtig gut. Das war ab dem ersten Spieltag wie weggeblasen", so Szopinski, der vermutet, dass dies der Nervosität seiner Spieler geschuldet ist. „Allerdings wurden nicht nur dort Fehler gemacht. Die ganze Mannschaft lässt einiges von dem vermissen, was sie in der Vorbereitung ausgezeichnet hat."

Erschwerend hinzu kommen derzeit die Ausfälle – gerade im Defensivbereich. Daniel Teresiak wird mit einem Innenbandanriss sechs bis acht Wochen ausfallen, Marc Bechtel und Nurtekin Bulut sind erst Dienstag wieder ins Lauftraining eingestiegen und Dennis Klasnitz wurde nach der Roten Karte in Cronenberg für ein Spiel gesperrt, fehlt also im Derby. „Von sechs Spielern, die ich für die Viererkette vorgesehen hatte, steht derzeit nur einer zur Verfügung", bedauert der Trainer. Das soll allerdings nicht als Entschuldigung herhalten. „Ich appelliere an die Ehre jedes einzelnen Spielers, gegen Adler alles zu geben und in den nächsten Wochen die Bereitschaft und Leidenschaft an den Tag zu legen, die wir gegen Rellinghausen gezeigt haben."

Bei welchem beider Teams Maßnahmen, Gespräche und Umstellungen greifen werden, wird am Sonntag im Waldstadion Rothebusch zu sehen sein. Um 15 Uhr wird das Derby zwischen Adler 5:6 und 06/07/0:8 angepfiffen. . .


Quelle: DerWesten.de