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In schwerer See hält Heinrich Becker das Vereinsschiff auf Kurs

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Zwei erfolgreiche Manager und Vorsitzende des SV Adler Osterfeld Heinrich Becker (links)
und Bruder Jürgen Becker.
Mit Stolz kann der SV Adler Osterfeld auf seine mittlerweile 87-jährige Geschichte zurückblicken, in der das Vereinsschiff so manches "Sturmesbrausen" überstehen musste. Und in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren war es viermal Heinrich Becker, der neben seinen beruflichen Verpflichtungen als Firmenchef vor allem dann den Vorsitz übernahm, wenn der Verein in Not war.

Nach der Gründung des DFB im Jahre 1903 fand auch in unserem Land eine Aufwärtsentwicklung des Fußballsports statt, an der vor allem die "örtlichen Jünglingsvereine" der Kirchengemeinden großen Anteil hatten. Ein Jahr nach der Pfarrgründung von St. Marien fanden sich auf Rothebusch am 7. Mai 1922 einige sportbegeisterte junge Männer zusammen, um ihr Spiel mit dem runden Lederball zu organisieren. Unter der Regie von Kaplan Hummel wurden sie dann so selbstbewusst, dass sie sich den Namen "Adler" zulegten, wurden Mitglied im DJK-Verband, gründeten den Verein DJK Adler Osterfeld und zogen mit ihrer jungen Mannschaft um Torwart Hans Burghardt, Verteidiger Wilhelm Itjeshorst, Läufer Hermann Moorrees und Stürmer  hinaus, den Verein bekannt zu machen. Mit großer Begeisterung wurde ab 1926 unter Leitung von Lehrer Josef Schäfer aber auch Schlagball und später Handball gespielt.


Lehrer Heinrich Tegethoff stellte dann später ein neues konkurrenzfähiges Fußballteam zusammen und auch die Geselligkeit der Abteilungen kam nicht zu kurz. In der Jahreshauptversammlung am 5. August 1929 wurde Kaplan Hummel zum 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt. Er musste jedoch schon vier Monate später durch seinen Nachfolger Kaplan Müller ersetzt werden, weil er nach Greven versetzt wurde. Inzwischen waren im gesamten Revier die Städte von Kohle und Stahl geprägt und die Bevölkerungszahlen schnellten vor allem durch neu gebaute Wohnsiedlungen in die Höhe. Auch die beiden Adler-Abteilungen profitierten von neuen Mitgliedern und schafften nach der Saison 1931 Spitzenpositionen ihrer jeweiligen Sportklassen. Zu diesem Zeitpunkt verzeichnete der Verein schon über 120 Mitglieder in den vier Fußball-, zwei Handball-Mannschaften und dem Alt-Herren-Fußballteam. Und als den Aktiven ihr Sportplatz (hinter dem heutigen Volksgartenlokal) zu klein war, entstand mit Hilfe der Stadt und einsatzfreudigen Mitgliedern an der Ecke Siepenstraße /Ripsdörnestraße eine neue Platzanlage, die unter der Regie von Rektor Jacobs feierlich eingeweiht wurde. Anschließend wurden alle Gäste in die Vereinsgaststätte Großeschmidt auf der Rothebuschstraße eingeladen, um an diesem Festtag einige frohe Stunden zu genießen. Dabei konnten sie kurzzeitig verdrängen, dass die Weltwirtschaftskrise vor der Türe stand und Millionen von arbeitslosen Menschen in großer Not waren. Und als nach den politischen Machtkämpfen die Nationalsozialisten siegten, kam es nicht nur zur so genannten Machtergreifung Adolf Hitlers, sondern alle DJK-Vereine (als kirchliche Organisation) mussten ihren Sportbetrieb einstellen.

Da auch die DJK Adler Osterfeld betroffen war, schloss man sich dem DFB an und änderte unter Leitung von Rudolf Buttenbruch den Vereinsnamen in "VfB Osterfeld", um den Rothebuschern weiterhin sportliche Betätigung anbieten zu können. Obwohl das allgemeine Leben durch ständige neue diktatorische Maßnahmen der Regierung belastet war, schaffte es das 1. Fußballteam noch in der Saison 1935/36, bis zur 1. Kreisklasse aufzusteigen. Am 1. September 1939 gingen überall die Lichter aus, der 2. Weltkrieg hatte begonnen. Auf Rothebusch hatte Vereinswirt Wilhelm Großeschmidt den Vorsitz des Vereins übernommen und unter dem Schutz der zwischen Berg- und Rothebuschstraße stationierten Flakstellung konnte der Sportbetrieb noch bis 1943 auf Sparflamme weiterlaufen. Am 31.03. 1945 endete für Osterfeld der Krieg und nach Überwinden von lähmender Hoffnungslosigkeit folgte schon bald das große Aufräumen. Auch die "Rothebuscher" trafen sich schon bald mit Hacke und Schaufel auf dem Platz an der Siepenstraße. Und das spätere Ehrenmitglied Heinz Kathage, welcher nicht nur den letzten Bombentrichter in der Mitte des Spielfelds zugeschüttet hatte, sondern auch den ersten richtigen Lederball auf Rothebusch besaß, war später als Spieler an den Auf- und Abstiegen von der 2. Kreisklasse bis zur Bezirksklasse beteiligt. Und bereits am 25. August gab der neue Vorsitzende Heinrich Mathuis nach Absprache mit Pfarrer Thoneick und Kaplan Brüning den 50 Mitgliedern bekannt, dass der Verein weiterhin Mitglied des DFB bleibt und ab sofort wieder den Namen DJK SV Adler Osterfeld führt.

1945
1945: (v.l.) Heribert Köster, Josef Notthoff, Günther Emmerich, Bernd Klimautzky, Willi Reichert, Mitte: Theo Weinberg, Lambert Meier, Freddy Nieswandt, vorne: Bernd Weinberg, Hans Heider und Heinz Bothen.

Am 11. Mai 1946 musste H. Mathuis aus beruflichen Gründen abgelöst werden und fand in Willi Weinberg einen Nachfolger, der den Verein bis zum Jahre 1952 ebenfalls vorbildlich führte.

Jetzt konnten auch die Renovierung der Platzanlage und die Neugestaltung der Umkleideräume im Vereinslokal vorgenommen werden. Spieler wie Günter Emmerich und Willi Hegenberg berichteten später, dass ihre Frauen die weißen Stutzen gestrickt sowie die Trikots aus Zuckersäcken zusammengenäht und rot gefärbt hatten. Als sie dann während des Spiels schwitzten, löste sich die Farbe ein wenig und sie sahen manchmal aus wie Indianer. Und obwohl nach dem Spiel in manchen Waschküchen oft nur zwei Eimer Wasser zur Verfügung standen, freuten sich alle über den einmaligen Kameradschaftsgeist des Adler-Teams. Der Spielbetrieb beschränkte sich zunächst auf das Oberhausener Gebiet, bevor 1946/47 eine Klasseneinteilung erfolgte. Bedingt durch laufende Benachteiligungen als DJK-Verein durch den WFV traten die "Adleraner" aus dem DJK-Verband aus und nannten sich nun schlicht SV Adler Osterfeld 1922 e.V.

Nachdem sie zuerst im Schatten der großen Vereine RWO, Sterkrade 06/07 sowie den Lokalkonkurrenten BVO, SV 06 und SC 1912 standen, machten sie mit ihrem überragenden Spielmacher Ferdi Nieswand (der leider unerwartet früh starb) schon bald von sich reden.

Und in der Saison 1948/49 konnten die Adler-Spieler mit der Meisterschaft im Kreis sowie ihrem Aufstieg in die Bezirksklasse ein erstes größeres Duftzeichen setzen. Die eigentlich geplanten "Goldenen-50er-Jahre" waren jedoch bald wieder weit entfernt, denn nach der Saison folgte sogar der Abstieg in die 2. Kreisklasse. Im Januar 1953 übernahm Heinrich Römer den Vorsitz im Verein und blieb bis 1959. Erfreulicherweise wurde nach der Saison 1954/55 die Rückkehr in die 1. Kreisklasse geschafft, in der man in solider Regelmäßigkeit bis in die 1960er Jahre hin überwiegend mittlere Ränge belegte. Im Jahre 1958 trauerte der Verein um Wilhelm Großeschmidt, denn er verlor einen seiner verdienstvollsten Ehrenmitglieder.

Und als 1959 Theo Schürmann zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde, konnte er gleich Rudolf Buttenbruch zum Ehrenmitglied und Heinrich Römer zum Ehrenvorsitzenden gratulieren.

 

1959
A-Jugend-Kreismeister 1959 (v.l.) oben Werner Israel, unbekannt, Horst Raff, Bodo Bohnenberger, Egon Schneider, Paul Tibutt, Hans Stang, Bernd Kuhlmann, Wolfgang Keller, 3 Schiedsrichter, Ernst Voß, Mitte: Theo Schürmann, Horst Wett, Aki Wolf, Herbert Becker, Willi Wischermann, Josef Voß, vorne: Alfred Bös, Günter Nierfeld, Günter Galliina und Peter Rogall.


Die Jugendabteilung unter Leitung von Rudolf Buttenbruch, Alfred Bös und Ernst Voß machte vor allem mit dem Kreismeistertitel der A-Jugend von sich reden und war besonders stolz, dass es mit Herbert Becker (dem leider früh verstorbenen Bruder von Heinrich) und Erwin Bensom zwei Jugendspieler schafften, im DFB-Jugend-Nationalteam mitzuwirken. Ansonsten waren die Neuwahlen der Vorsitzenden (1960 Heinrich Becker, 1961 Heinz Kappenberg und 1963 Willi Wischermann (vorher 7 Jahre Geschäftsführer) besondere Ereignisse. Sportlich bergauf ging es wieder 1963 mit der Verpflichtung von Günther Schmidt als Trainer, der mit dem Vorstand und den Spielern um den pfeilschnellen Außenstürmer und Jugendwart Karl Lück glänzend harmonisierte.

Jedoch gab es nach dem verpassten Aufstieg in die Bezirksklasse im Vorstand derart Ärger, dass Vereinschef Willi Wischermann zurücktrat und Willi Klingbeil unter Mitarbeit von Kurt Ledje und Co. für zwei Jahre den Vorsitz übernahm, bevor Theo Schürmann ab 1967 noch einmal dieses Amt bekleidete. Nach Abstieg aus der 1. Kreisklasse und zweijähriger Zugehörigkeit in der 2. Kreisklasse hatte der neue Trainer Dieter Eigner 1967/68 am Aufstieg in die 1. Kreisklasse großen Anteil. Im Vorstand ging es trotzdem wieder hoch her, und als sich Weihnachten 1969 der gesamte Vorstand auflöste und der Verein vor dem Ruin stand, übernahm Heinrich Becker trotz seiner geschäftlichen Verpflichtungen die Vereinsführung und leitete einen erfreulichen Aufschwung ein. Ebenfalls konnte ab 1970 mit der Fertigstellung der Turnhalle an der Rothebuschschule (Ripsdörnestraße) das jahrelange Problem der Umkleide- und Duschräume gelöst werden.

Am 20. Mai 1972 feierte der SV Adler sein 50. Vereinsjubiläum mit einem Spiel gegen die Bundesliga-Mannschaft des SC RW Oberhausen. Und trotz der 2:7 Niederlage war der seit seinem 17. Lebensjahr zur 1. Mannschaft gehörende (und später erfolgreichste Adler-Torjäger aller Zeiten) Walter Pollerhoff der Star, denn erst tauschte er als Spielführer mit Super Torwart Yogi Scheidt die Wimpel und dann setzte er dem Bundesligisten noch einen "strammen Jubiläumsschuß" in die Maschen. Und beim Jubiläumsball in der Gaststätte Großeschmidt (die mittlerweile von den Mitgliedern Heinrich & Eleonore Reimann übernommen war) wurde Heinrich Römer vom DFB mit der goldenen Ehrennadel und Heinrich Becker als Ehrenvorsitzender ausgezeichnet.

Daneben erhielten die Gründungsmitglieder Paul Lilienberg, Theo Staudt, Hermann und Peter Moorrees, Max Großeschmidt, Paul Teichert und Johannes Winkelheck die goldene Vereinsnadel, sowie Günter Emmerich, Rudolf Grajetzki, Heinrich Reimann, Franz Tomec, Heinz und Kurt Kathage die goldene WFV-Ehren-nadel.

Am 7. August 1972 löste der erfahrene Willi Wischermann den beruflich überlasteten Heinrich Becker als Vorsitzenden ab und am 21. September hielt die "Erste" noch eine Überraschung bereit. Vor 1 700 Zuschauern erkämpfte sie sich im Stadion Niederrhein mit einem 5:1-Sieg den Stadtmeistertitel. Aber leider schlug ein tragisches Schicksal beim SV Adler wieder einmal voll zu, denn der amtierende Vorsitzende Willi Wischermann verstarb plötzlich. Aus diesem Anlass sah sich Heinrich Becker wieder in der Verantwortung, den Vorsitz zum 3. Mal zu übernehmen.

1949
1949: (v.l.) Alfred Bös, Theo Weinberg, Heinz Groß, Josef Rupprath, Alfred Andres, Hans Lux, Willi Hegenberg, Theo Bothen, Rudolf Reimann, Günther Emmerich und Heinz Bothen.
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(v.l.) oben ein Betreuer, Karl Klein, Günter Emmerich, Josef Notthoff, Heinz Kathage, Heinz Kaaden, Herbert Lüttig, Alfred Andres, Heinz Salm, vorne Heinz Bothen, Alfred Bös, Bernd Emmerich und Theo Bothen.

1955
1955: (v.l.) Theo Moorrees, Rudolf Reimann, Roland Gröhnke, Edgar Roczek, Friedhelm Wellhöfer, Friedhelm Grenz, Willi Lux, Franz Rohr, Heinrich Römer, Mitte: Manfred Wolf, Günther Emmerich, Clemens Preußner, vorne: Adolf Hofes, Heinz Zietz und Theo Bothen.
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(v.l.) oben Theo Dahmen, Trainer Jan Eigner, Walter Pollerhoff, Peter Gertz, Horst Lohn, Horst Knümann, „Hanta" Heuwinkel, Karl-Heinz Kolodziejc, Herbert Neumann, Rudi Kürten, Rudi Lorz, Mitte: Herbert Becker, Alfred Wolf, Friedhelm Chilla, vorne Bodo Bohnenberger, Günter Rozek und Wilfried Stemm.


Die von Luise Inholte gemanagte Fußball-Damenabteilung gab auf, als der BC Kasslerfeld mit Baffi Budny, Reinhild Wendholz und Ursula Jewasinski die stärksten Spielerinnen abwerben konnte. Als Ersatz wurde am 8. Februar 1973 eine Damen-Gymnastikabteilung gegründet, die auch heute noch in mehreren Gruppen mit viel Spaß dabei ist. Neben den Trainerinnen ragt hier besonders die mittlerweile 87-jährige Turnerin Elisabeth Heinz heraus, die gleich drei Generationen ihrer Familie vom sportlichen Ausgleich in der Gemeinschaft überzeugen konnte.

Dann endlich: In der Saison 1974/75 gelang dem 1. Fußballteam um Torwart Werner Sonnenschein (der später Vertragsspieler bei RWO wurde), Dieter Arnsmann, Walter Pollerhoff und Horst Lohn mit Trainer Jupp Stanislowski der Aufstieg in die Bezirksklasse. Nach diesem sportlichen Erfolg widmete sich Heinrich Becker wieder mehr seiner Firma und wurde am 30. Juni 1975 durch Kurt Melzer abgelöst, der allerdings schon am 8. Februar 1976 den Vorsitz an Hermann Paetsch weitergab.

Besonders erwähnt werden müssen auch die Ehrenmitglieder Willi und Elfriede Klingbeil, die nicht nur für saubere Trikots und einen spielfähigen Platz sorgten, sondern für vieles andere mehr im Verein.

Nach der Spielzeit 1976/77 musste das Team wieder in die 1. Kreisklasse absteigen und ein Jahr später zum Sportplatz an der Lilienthalstraße ausweichen, weil auf dem eigenen Platz die schwarze Asche gegen eine "rote" ausgetauscht wurde. Als nach dem Vorsitzenden Hermann Paetsch (02/76-04/81) innerhalb von zwei Jahren die Nachfolger Helmut Eisermann (04/81 -4/82), Horst Kathage (04/82 - 12/82) und Willi Klingbeil (12/82-04/83) vergeblich versuchten, das sinkende Vereinsschiff zu retten, war es wieder Heinrich Becker, der sich zum 4. Mal adhoc zur Verfügung stellte und den Verein wieder in die richtige Spur brachte. Der finanzielle Bankrott konnte abgewendet werden und für den sportlichen Erfolg holte er mit Klaus Schnurbusch einen jungen und ehrgeizigen Trainer, der mit seinem Team eine sensationelle Aufstiegsserie hinlegte, 1984/85 Kreisliga-A, 1985/86 Bezirksklasse und 1986/87 Landesliga. Heinrich Becker hatte mit seinem Team ganze Arbeit geleistet und übergab am 8. Oktober 1988 den Vorsitz an Wolfram Schmitt-Klingen.

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Das neue Vereinsgelände des SV Adler Osterfeld (zwar schon mit neuem Clubhaus, allerdings noch mit dem rotem Aschenplatz).


Nach der Saison 1988/89 musste der SV Adler wieder den bitteren Weg in die Bezirksklasse antreten. Die Verantwortlichen hatten alles versucht, dies zu verhindern, aber leider konnte das Team mit dem im März 1989 neu verpflichtete Trainer Hans-Georg Mewes das Blatt nicht mehr wenden. Dazu kam noch die Entscheidung von Wolfram Schmitt- Klingen, sein Amt als Vorsitzender aufzugeben. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde mit Dr. Günter Wozniak nicht nur der jüngste Kandidat als Vorsitzender gewählt, sondern auch ein noch Aktiver aus der 1. Mannschaft. Viele Sportfreunde dachten nun, dass der SV Adler genau so schnell wieder absteigen würde, wie er zuvor aufgestiegen ist. Ganz im Gegenteil, denn das Team von Hans-Georg Mewes machte das möglich, was niemand auf Rothebusch erwartet hatte: Die Elf sicherte sich schon sechs Spiele vor Saisonende den direkten Aufstieg in die Landesliga.

Dann wurde etwas in die Tat umgesetzt, was schon längst fällig gewesen ist, jetzt konnte der Verein nach der Genehmigung endlich sein eigenes Clubhaus mit den entsprechenden Umkleideräumen bauen. Die Einweihung fand Anfang Januar 1993 statt. Sportlich ging es vor allem in den nächsten drei Jahren darum, die „Landesliga" zu halten. Zum Ende der Saison 1993/94 trat im Verein jemand aus dem Schatten seines "großen" Bruders. Es war Jürgen Becker, der beim SV Adler das Fußballspielen erlernte und die Geschehnisse im Verein aufmerksam verfolgte. Er ermöglichte dem Trainer Mewes eine gezielte Verstärkung des Spielerkaders für die Saison 1993/94, damit die Fans sich auch einmal auf einen ruhigeren Saisonverlauf freuen sollten.

Was dann geschah, wird sicherlich kein "Adleraner" mehr vergessen. Als Tabellen-zweiter schaffte es die Mannschaft, über die Relegation in die Verbandsliga aufzusteigen - auf Rothebusch wurde eine Woche lang gefeiert. Und bei der Jahreshauptversammlung wurde Jürgen Becker, der am sportlichen Höhenflug des SV Adler maßgeblichen Anteil hatte, als Nachfolger von Dr. Wozniak zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Doch nicht nur die Seniorenabteilung machte auf sich aufmerksam, sondern auch die Jugendabteilung mit dem unermüdlichen Jugendleiter Burghard Breer, der später den beruflich stark beanspruchten Jürgen Becker als Vorsitzenden ablöste.

Und was das goldene Geschichtsbuch des SV Adler Osterfeld 1922 e.V. an weiteren Ereignissen ab 1995 bereit hält, berichten wir aus Platzgründen in einer der späteren Ausgaben.

 

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Die Vereinswirtin Eleonore Reimann
Ein Wort noch zum Schluss: Dass der SV Adler Osterfeld über weite Grenzen unserer Stadt hinaus bekannt ist, hat er hunderten von Mitarbeitern zu verdanken, die Sorge tragen, dass Männer, Frauen und Jugendliche auf Rothebusch Sport treiben und sinnvoll ihre Freizeit verbringen können. Wir wissen, dass Theo Hoffmann, Heinrich Jakobs, Heinrich und Eleonore Reimann, Dieter Metzen, Friedhelm Schmitz, Adi und Frank Neuwirth sowie zahlreiche andere Sportfreunde schon hier hätten erwähnt werden müssen.

Möge der Verein sich immer an Heinrich Beckers Spruch erinnern: "Man muss immer nach oben gucken - nach unten kommt man früh genug!"






Quelle: Günter Lohmar / Der Kickenberg - Juni 2009